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70 Jahre Badeteich

Schon im März 1938 reifte der Plan aus dem „Moorteich“ einen vorbildlichen Bade- und Feuerlöschteich zu bauen. Die Realgemeinde stellte den Teich und das Gelände rundherum zur Verfügung. Am 3. Mai 1938 erfolgte der Aufruf des Bürgermeisters Hermann Vick an seine Bürger zur „freudigen Mitarbeit“. In den Winsener Nachrichten  (WN) war zu lesen: die Gemeinde Ramelsloh stellt täglich  6 – 8 Mann und ein Pferd zur Unterstützung der Fa. Hermann Bockelmann aus Marxen, die mit den Tiefbaumaßnahmen beauftragt war. Bis zur Erntezeit sollte der Teich sauber sein. Die Arbeiten begannen mit der Verlegung von Schienen. Mit Loren, die von Pferden gezogen wurden, konnte der Schlamm entfernt werden. Maurerarbeiten erledigten die Fa. Fritz Beecken, die Zimmermannsarbeiten Rudolf Jobmann, beide aus Ramelsloh. Zuletzt waren die Schulklassen gefordert mit dem Sammeln von Steinen und sonstigem Unrat. Das Ufer wurde befestigt und die Wege planiert. Gras gesät zur Befestigung der Böschung. Eine Laufbahn von 300 m wurde gekennzeichnet. Der Sand für den Strand wurde aus den Dünen geholt.

Was war entstanden?

Zunächst ein Planschbecken mit Sandstrand für die Kleinen. Dann ein abgetrennter Nichtschwimmerbereich und schließlich in einer Länge von genau 50 m die Schwimmbahnen mit einer Durchschnittstiefe von beinahe 3 m. Während die Bahnen an der Nordseite durch einen breiten Holzsteg abgegrenzt waren, bildete auf der Westseite eine Ufermauer aus Beton den Schluss. Dort stand ein Sprungturm mit einem 1 Meter- und einem 3Meter- Brett. Durch den festen Lehmuntergrund war das Wasser schön klar. Die Temperatur günstig, da das Wasser aus einem vorgelagerten Quellteich zufließt und schon vorgewärmt war. Ein gleichmäßiger Zufluss aus dem Vorwärmteich und Abfluss in die Seeveniederung sorgten für ausreichende Wassererneuerung.

Es herrschte schon reger Badebetrieb als ein Jahr später, am 13. Juni

1939, die feierliche Einweihung stattfand. Über 800 Gäste wurden gezählt, DLRG Vorführungen, der Wasserzirkus „Nasserani“ mit einem Dreimastzelt begeisterte mit tollen Künsten. Ein Platzkonzert mit der „Eddelbüttelschen Kapelle“ rundete das Programm zwischen den vielen Ansprachen ab, die dann auch auf den feierlichen Bällen auf den Sälen von Scharfenberg und Wöhling zum Tanz aufspielte.

Wenn wir heute den herrlichen Teich betrachten freuen wir uns über den guten Zustand, der nicht zuletzt von den Anwohnern immer wieder in privater Arbeit gemeinsam mit der Gemeinde Seevetal erhalten wird.

 
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